Zirkusunternehmen haben keine Lobby und warum Bundesminister Schmidt keine Zeit hat

Vorab: Natürlich soll man Tiere aus ”dem Zirkus“ raushalten. Das braucht aber, wie alles Nachhaltige, Zeit. Um etwas nachhaltig zu ändern, muss man kontinuierlich dranbleiben – im besten Fall mit den bereits über Generationen bestehenden Wirtschaftsbetrieben der Zirkus-Branche zusammenarbeiten.
Von Zeit zu Zeit ein politisches Statement abzugeben oder einen Kommentar zu schreiben, damit mal etwas anderes als Terrorismus in den Blättern blinkt, bringt nichts.

Der Bürgermeister der saarländischen Gemeinde Illingen, Armin König, der das Thema „Zirkus ohne Tiere“ bundesweit angestoßen hat, äußert in einem Facebook-Post seine Angst, die Zirkuslobby könne sich wieder durchsetzen. Nein, Zirkusunternehmen haben keine Lobby, im Gegensatz zu den Tierrechts-NGOs, wie PETA, die das Thema natürlich zu ihrem gemacht haben.

Dabei geht es allerdings mehr um aus Spenden finanzierte Macht als um die Sache an sich. Und die zumindest geistige Unterstützung von Straftaten. PETA-Gründerin Ingrid Newkirk etwa unterstützt offen ALF (Animal Liberation Front). Die ALF ist kein Verein, sondern eine dezentral organisierte Gruppe, die sich vorwiegend im Internet anonym zu strafrechtlich relevanten Aktionen, wie Brandstiftungen, verabredet. Warum ich das in diesem Zusammenhang wieder einmal erkläre? Weil viele Menschen den Fehler machen, sich bei Themen wie den Zirkustieren, an Argumente und „Erkenntnisse“ der NGOs klammern.

Um tierfreie Manegen zu schaffen, muss man erstens die wirtschaftlichen Belange der Zirkusbetriebe im Auge behalten und zweitens (wie am Besten bei Allem) überparteilich gemeinsam mit den Zirkusverantwortlichen und dem TierSCHUTZ (nicht TierRECHTS-NGOs) an einem Tisch Platz nehmen.
Für die Bundesregierung ist Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt verantwortlich. Der ziert sich aber noch beziehungsweise hat das derzeit nicht wirklich auf der Do-To-Liste. Er ist derzeit damit beschäftigt, die 285.000 landwirtschaftlichen Betriebe in Deutschland vor dem Aus zu retten. Dass das Priorität hat, da bin ich bei Schmidt. Wenn man rechnet, dass nicht wenige landwirtschaftliche Unternehmen dutzende Angestellte beschäftigen (hat nichts mit Massentierhaltung zu tun – warum, erkläre ich gerne auch noch), ist das auch verständlich.

Währenddessen kann man sich ja schonmal Gedanken machen, wie das mit der „Bespaßung“ ohne Tiere funktionieren könnte. Und wenn die Landwirtschaft wieder im Lot ist, hat Bundesminister Schmidt sicher auch wieder Zeit. Und unter uns: Da Zirkusbetriebe keine Lobby haben, müsste die Überzeugungsarbeit umso leichter funktionieren.

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